So Mythisch

Das gewebte Tuch, gesponnen aus rosafarbener und blauer Seide (mit einem seltsamen Touch Lila), Fäden aus Übersee wahrscheinlich, so flüstere ich gegen die Glasscheibe an, blinde Flecken hinterlassend mein Hauch, zumindest aus Übersee, diesem unbekannten Meer, diesem Ort im Irgendwo, weit weg von hier, dieses Tuch also, dieses sehr feine Seidentuch, umspinnt alles mit seinem Netz, die Häuser auch, ihre Dächer werden geflutet, von schillernden Flusen gedeckt, davor das sich windende Schwarz, diese Knochen der Bäume, sich (unmerklich aber doch!) bewegend wie Schlangen im Fischernetz. Das Singen des Wals in meinem traumverlornen Schädel: "An der Ostseeküste..."!
Sein Singen sei "fragmentiert", wird eine Zeitung schreiben, ich hab sie noch gar nicht gelesen, egal auch, so verloren, so riesenhaft, so mythisch das einsame Tier ...
(Bald seziert, vermessen, auf einer Karteikarte in Ordnung gebracht.)

Morgendlicher Blick aus dem Küchenfenster
in den Rixdorfer Hinterho
f hinein, @paganinisberlin



P.S. "Lassen wir die Natur walten!" Eine gute Erklärung dafür, das Tier in Ruhe zu lassen.
(Wir, die Paganini´s, haben keine Ahnung, ob das nicht vielleicht wirklich -unter den gegebenen Umständen- das Richtige für den Wal ist.)
Das Problem: Von welcher "Natur" ist die Rede. Der Natur der Geisternetze, der Häfen, der Schiffsschrauben, des Lärms der Schifffahrt, der Überfischung, der Fischer, der Umweltminister, der Museen, der Presse, der Möchtegern-Helden, der ... 
"Die Natur ist pfutsch" - das zeigt der Wal.
"Die Natur des Sterbens ist langwierig und grausam", das zeigt er auch.

"Es lebe der Wal!"

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