Warum ich Selfpublisherin bin ...

 

Der Kater präsentiert ein BOD-#BOOK!,
also ein Selfpublisher-Produkt.

 1. Erlebnis:

Ich (die Redakteurin der Redaktion), 21jährig, Praktikantin bei einer Wiesbadener Tageszeitung, wurde von 1 Kollegen der FAZ angesprochen, ob ich nicht eine Vakanz übernehmen wolle...
Kurz darauf, 1 Artikel hatte ich für die FAZ geschrieben und wurde gedruckt (Kulturelle Reportage) bekam ich eine Einladung an die Redaktion: "Wann ich, ob ich mein Studium beenden ..."
Ich: "Nein. Weiß nicht. Ob und wann ..." Ich fand diese Fragen aus damaliger Sicht unendlich spießbürgerlich. (Durfte dann als unterbezahlte Freie schreiben, so lange ich wollte und finanziell konnte, dann war Schluss.)

2. Erlebnis, viele Jahre später:

Christian Erdmann, "Aljoscha der Idiot", Absagen als Autor von differenten First-class-Verlagen wegen "zu ambitionierter" Arbeit. Es sei den Verlagen nicht zuzumuten, einen solch großartigen Text eines Neulings zu drucken. Mit anderen Worten: "Wer liest das schon, wer kauft das dann. Es kostet nur und bringt nichts".

Ich fand dann (also dieses) das beste Buch (völlig objektiv gemeint) der letzten Jahre in jenem Nicht-Verlag "Books on Demand".

Und ich wollte nun auch dahin, da dort das "Beste Buch des vergangenen Jahrzehnts" gedruckt zu finden war. Zumal ich mein allererstes "Menschenlichter im Tollhaus" kurz zuvor genau dort veröffentlicht hatte, nachdem mir der erste angefragte (Wiener) Verlag einiges in Aussicht stellte ("Du sitzt sofort bei Kerner"(?!)), um etwas ganz anderes (Mainstream) daraus entstehen lassen zu wollen.

3. Erlebnis dann, 11 Jahre Social Media und mehr:

In meiner billigsten Fantasie (vollgepfopft mit Klischees), hätte ich dieses dort erfahrene Pflaster aus Missgunst, Speichelleckerei und Geprügel um Verlags- und anderweitiges Medieninteresse nicht im schlimmsten Alptraum vorstellen können. Ich bin dort kürzlich (vermutlich) noch glimpflich und doch entblößend gescheitert.
"Schß drauf", würde Krasznahorkais "Herscht" jetzt dazu sagen.

Ich tat ihm nach, bevor ich ihn kannte. Und nein, der ist kein Selfpublisher.
Aber auch gut! ;-)
(Sorry, auch wenn es manchmal nicht so klingt: Ich weiß um meine Grenzen.)


P.S.) 4. Erlebnis: Glumm war schon immer, Sebastian Schinnerl (früher Residenz-Verlag) ist erst neuerdings Selfpublisher. Egal wie, uns wunderts nimmer.

Lesen Sie doch einmal wirklich am Mainstream vorbei. Schauen und kramen Sie bei den Selbstpublizierenden und verzichten Sie auf vorgekauten Lese-Konsens!
(Dies gilt übrigens auch für die wunderbaren SchreiberInnen des Hoch-Feuilleton.)

Worum es hier NICHT geht: Ob ich oder einer der Genannten sympathisch sind. Es geht in diesem Fall, auf das es in der Literatur ankommen sollte, nämlich um TEXT.

Und: Ja, "Alte weiße Männer sind wirklich alte weiße Männer". Sie sind in nichts besser als ihr Ruf, aber manchmal schreiben sie brillant ...

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